Katharina Labouré

Gedenktag: 28. November

* 2. Mai 1806 in Fain-les Moûtiers, Frankreich
† 31.12.1876 in Paris, Frankreich

Fain-les Moûtiers, ein kleiner Ort im französischen Burgund, ist der Ort, wo Katharina Labouré am 2. Mai 1806 als achtes von zehn Kindern einer christlichen, bäuerlichen Familie geboren wird. Nach dem Tod ihrer Mutter übernimmt sie im Alter von 12 Jahren die Leitung des Bauernhofes. Nach und nach zeigt sich der Ruf des Herrn und so bittet Katharina ihren Vater um die Erlaubnis, bei den Barmherzigen Schwestern eintreten zu dürfen. Gar nicht erfreut, seine Lieblingstochter auf diese Weise zu ´verlieren`, schickt ihr Vater sie zu ihrem Bruder nach Paris, damit sie dort in einer Kneipe als Kellnerin ´auf andere Gedanken kommt`. Doch ausgerechnet dieser Ort zeigt Katharina umso mehr, wie wichtig es ist, sich um die Armen und Menschen am Rande der Gesellschaft zu kümmern. Schließlich muss ihr Vater ihrem Drängen nachgeben und so tritt sie im Jahre 1830 mit 24 Jahren bei den Barmherzigen Schwestern in der Rue du Bac in Paris ein. Einige Tage nach ihrem Eintritt werden unter der Leitung vom amtierenden Erzbischof von Paris, Msgr. Quelen und unter Teilnahme vieler Priester und Ordensleute feierlich die Reliquien des Hl. Vinzenz von Paul ins Mutterhaus der Lazaristen übertragen. In der Zeit der französischen Revolution mussten sie vor dem wilden Treiben religionsfeindlicher Gruppen in Sicherheit gebracht werden. Nun ist Katharina Labouré selbst Zeugin dieses wunderbaren Schauspiels, der Rückkehr des Hl. Vinzenz zu seinen Brüdern und an diesem Tag erwählt sie diesen großen Patron der Caritas zu ihrem ganz persönlichen Heiligen und Fürsprecher vor Gott. Bereits im ersten Jahr hat sie mehrere ´seltsame` Erlebnisse: Mehrmals erscheint ihr beim Gebet Jesus Christus in der Kapelle. Sie bewahrt darüber Stillschweigen.

Katharina liebt die Mutter Gottes über Alles und so hat sie am früheren Fest des Hl. Vinzenz am 19. Juli (heute 27. September) einen kühnen und fast vermessenen Wunsch: Sie bittet ihren großen himmlischen Fürsprecher, Vinzenz, um die Gnade, doch einmal die Gottesmutter schauen zu dürfen. In der selben Nacht wird sie geweckt und ein kleiner Junge führt sie in die Kapelle, wo alles hell erleuchtet ist. Katharina traut ihren Augen nicht: Auf dem Stuhl des hochwürdigen Herrn Direktors der Barmherzigen Schwestern hat die Gottesmutter Maria Platz genommen und erwartet Katharina zu einem langen persönlichen Gespräch. Später wird Katharina berichten, dass es rund zwei Stunden gedauert hat und dass sie Maria auch berühren durfte. Auch über diese Erscheinung bewahrt sie strenges Stillschweigen.

Am Vorabend des ersten Adventsonntags, dem 27.11.1830, erscheint ihr um 17:30 h während der gemeinschaftlichen Betrachtung in der Kapelle im Beisein der anderen Barmherzigen Schwestern Maria erneut und vertraut ihr eine besondere Botschaft an. Maria zeigt Katharina eine Medaille, welche die Inschrift trägt:

„O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen“

Auch die Rückseite der Medaille wird Katharina genau gezeigt mit der Bitte, nach diesem Muster Medaillen prägen zu lassen und sie den Menschen als Geschenk des Himmels zu geben. „Große Gnaden werden davon ausgehen“, sagt die Gottesmutter und „die Gnaden werden überreich sein für jene, die diese Medaille mit Vertrauen tragen!“. Katharina vertraut sich ihrem Beichtvater, dem Lazaristen Herrn Aladel an. Nach anfänglichem langen Zögern von rund drei Jahren werden schließlich die ersten Medaillen geprägt und bald nennt man sie im Volk nur mehr ´Wunderbare Medaille` bzw. ´Wundertätige Medaille`.

Katharina Labouré erfüllt Zeit ihres Lebens einfache Aufgaben, sie ist die ´Schwester vom Hühnerhof`, sie arbeitet in einem Altenheim für kranke Männer, die nicht immer sehr einfach sind und sie versorgt die Wäsche. Arme Familien werden von ihr immer besonders unterstützt. Nichts unterscheidet sie von den anderen Schwestern, sie arbeitet, sie betet, aber vor allem wahrt sie die Stille über ihr großes Geheimnis. Nur ihr Beichtvater Aladel weiß über die Erscheinungen Bescheid. Kurz vor ihrem Tod mit 70 Jahren eröffnet sie ihrer völlig erstaunten Oberin, dass sie die Seherin der Gottesmutter von der Wunderbaren Medaille ist. Am 31.12.1876 legt sie ihr Leben in die Hände Gottes zurück. Ihre letzten Worte sind:

„Warum sollte ich denn Angst haben? Ich werde unseren Herrn, die heilige Jungfrau, den Heiligen Vinzenz sehen.“

Ihr Begräbnis in Paris wird zu einem Großereignis für ganz Frankreich. Nun ist die Seherin bekannt! Drei Tage lang ziehen die Menschen in einer nie enden wollenden Schar vor dem Leib jener Seherin vorbei, die die Gottesmutter geschaut hat. Dieser Strom von Pilgern in die Rue du Bac reißt bis heute nicht ab. Auf wunderbare Weise ist der Leib von Katharina Labouré bis zum heutigen Tag unversehrt geblieben.

1933 wurde Katharina Labouré selig gesprochen und am 27. Juli 1947, nach den Wirren des 2. Weltkrieges, als leuchtendes Zeichen der Hoffnung von der Kirche heilig gesprochen.