Elisabeth Anna Seton

Gedenktag: 4. Januar, gebotener Gedenktag in den USA, in Kanada, bei den Lazaristen/Vinzentinern und bei den Barmherzigen Schwestern

* 22. August 1774 in New York, USA
† 4. Januar 1821 in Emmitsburg in Maryland, USA

Ordensgründerin der Sisters of Charity und erste in den USA geborene Heilige der katholischen Kirche

Biografie:

Elizabeth Ann Seton wurde als Tochter des berühmten Kolonialarztes Richard Baley geboren, der sich durch die Bekämpfung des tückischen gelben Fiebers einen Namen machte. Zugleich war er Leiter der New Yorker Krankenanstalten.

Ihr Großvater mütterlicherseits war ein tiefgläubiger Geistlicher der Episkopalkirche. Blutsverwandtschaft und Freundschaft verbanden die Baleys mit Namen wie den Roosevelts, Georg Washington oder Alexander Hamilton.

Aufgrund des frühen Todes ihrer Mutter wurde Elizabeth Ann zusammen mit ihrer Schwester auf dem Landgut ihres Onkels nach New Rochelle im Bundesstaat New York aus. Nach dem der Vater ein zweites Mal geheiratet hatte, kam sie mit 13 Jahren nach New York zurück. Mit ihrer Stiefmutter verstand sie sich nicht gut.

1794 heiratete sie den wohlhabenden Kaufmann William Magee Seton mit dem sie fünf Kinder hatte. In ihrem Haus in der Wall Street in New York waren oft bedeutende Persönlichkeiten zu Gast. Neben familiären und gesellschaftlichen Pflichten war Elizabeth Ann Seton caritativ tätig und war mitbeteiligt an der Gründung des „New Yorker Witwenvereins“. 1798 übernahm William Seton die Firma seines Vaters. Aufgrund eines Unwetters, bei dem William Seton fast seine gesamte Handelsflotte verlor, musste er für seine Firma Insolvenz anmelden. In dieser schwierigen Zeit erfuhr Elizabeth Ann Unterstützung durch ihre Schwägerin und den Pfarrer der Kirche „Holy Trinity“ John Hobart.

William Seton erkrankte an Tuberkulose. Auf Einladung früher Geschäftspartner ihres Mannes reiste Elizabeth Ann Seton 1803 mit ihrem Mann und ihrer ältesten Tochter nach Italien. Wegen einer in New York herrschenden Gelbfieberepidemie wurden alle von dort kommenden Reisenden unter Quarantäne gestellt. William Magee Seton überlebte zwar die Quarantäne in einem feuchten barackenähnlichen Gebäude, verstarb aber zwei Tage nach Weihnachten im Alter von 36 Jahren im Haus seiner Gastgeber in Livorno. Als die 29 jährige Witwe in Florenz zum ersten Mal eine katholische Kirche betrat, war sie fasziniert. Dieses Erlebnis und die Lektüre der Werke des heiligen Franz von Sales und der Gebete des hl. Bernhard von Clairveaux wirkten so sehr in ihr, dass sie ihre Rückreise bis April 1804 hinausschob und zum katholischen Glauben übertrat.

Am Fest Mariä Verkündigung, 25. März 1804, empfing sie zum ersten Mal die Heilige Kommunion.

1808 zog Elizabeth Ann Bayley Seton mit ihren Töchtern von New York nach Baltimore, wo sie fortan als Lehrerin wirkte. Dorthin hatte sie zuvor bereits ihre beiden Söhne geschickt, die vom ersten katholischen Bischof der USA, dem Jesuiten John Carroll, in das von ihm gegründete College in Georgetown - heute ein Stadtteil von Washington - aufgenommen worden waren. 1809 gründete sie in Emmitsburg nahe Baltimore das erste Haus der Barmherzigen Schwestern, der Sisters of Charity; der Kapitän und Reeder Samuel Sutherland Cooper hatte ihr hierfür 10.000 Dollar gespendet.

Die Mitglieder des Ordens unterrichteten zunächst an der Konfessionsschule in Emmitsburg. Später sorgte sich der Schwesternorden um Arme und Kranke. Dabei folgten sie einer Regel, die Elizabeth Ann von den Filles de Charité übernahm, die im 17. Jahrhundert von Vinzenz von Paul gegründet worden waren. Elizabeth wurde zur ersten Oberin gewählt und bekleidete dieses Amt fast ein Jahrzehnt lang. 1818 erkrankte sie, nachdem sie kurz zuvor die ersten Schwestern mit dem Auftrag, Waisenhäuser und Schulen zu gründen, nach Philadelphia und New York entsandt hatte. Die von ihr geschaffene Konfessionsschule breitete sich über die ganzen USA aus.

Seligsprechung: 17. März 1963 durch Papst Johannes XXIII.

Heiligsprechung: 15. September 1975 durch Papst Paul VI.